Le Tour de Ruhr


Corona verändert unser Leben. Reisen in ferne Länder geht nicht mehr so gut und nicht mehr so einfach. Gerade jetzt, wo der zweite Lockdown über Deutschland beschlossen wurde, sehen auch die Zukunftsprognosen für Motorradreisen in ferne Länder eher schwierig aus. Im März diesen Jahres waren die Aussichten ähnlich düster. Ein Freund von mir, der ebenfalls gerne Motorrad fährt, brachte mich im April 2020 auf die Idee eine ganz andere Form von Landschaft zu erobern: das Ruhrgebiet. Am Anfang dachte ich: Hauptsache Motorrad fahren. Doch je länger ich dort verbrachte, desto mehr faszinierte mich diese Gegend. Von Prof. Michael Hoyer

Los geht es in Dortmund

Bisher kannte ich die Stadt nur durch zähfließenden Verkehr – oder Stau - auf der Autobahn und natürlich durch Borussia Dortmund. Mein erster Weg führt mich daher auch zum Signal-Iduna-Park. Das Stadion ist auch bekannt unter dem Namen „Westfalenstadion“. Es ist nicht nur das größte Stadion in Dortmund, sondern die größte Fußball-Arena in Deutschland. Das Stadion bietet bis zu 80.000 Fußballfans Platz. Corona bedingt konnte ich leider an keiner Stadionführung teilnehmen. Doch auch der Blick darauf und der Weg herum ist schon beeindruckend. Von dort ging es weiter nach Dortmund-Hörde. In diesem Stadtteil von Dortmund wurde früher Stahl hergestellt. Das Hochofenwerk prägt noch heute den Stadtteil. Damals fanden dort viele Menschen Arbeit. Doch die Stahlindustrie wandelte sich. Im Jahre 2001 schlossen die Tore für immer. Aus einer Arbeitsstätte wurde ein riesiges Brachgelände. Die Stadt Dortmund entwickelte Konzepte für das große Areal. Der östliche Teil wurde in einen See gewandelt, den Phoenix-See, und aus Phoenix-West wurde der Phoenix-Park, mit dem Hochofenwerk als Denkmal. Allein schon der Name Phoenix für diesen Industriepark ist genial. In der Mythologie ist der Phoenix ein Vogel, der am Ende seines Lebenszyklus verbrennt, um aus der Asche wieder neu zu entstehen. Man könnte also meinen, dass die Stadtentwickler hier einen Namen vergeben haben, der besser nicht passen könnte. Doch der Name Phoenix kommt bei dem Stahlwerk durch die Phoenix AG. Nach der Fusion der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein KG mit der Phoenix AG, im Jahre 1906, erhielten die Anlagen den Namen Phoenix-West und Phoenix-Ost. Überrascherweise biete der Pott immer wieder kleine Offroad-Einlagen für Enduristen. Die großen Parkplätze sowie die vielen Industriebrachen laden zu mannigfachen Drift-Einlagen und Schotterpartien ein. Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Phönix-Geländes ging es von Hörde weiter zum Stadthafen von Dortmund.

Von dort führt mich mein Weg vorbei am Westfalenpark

Gut sichtbar ist der 220 m hohe Fernsehturm, das Wahrzeichen Dortmunds. Von dem Turm kann man einen weiten Rundblick über die Umgebung der Stadt genießen. Mich zieht es aber zum Dortmunder Stadthafen, am Dortmund-Ems-Kanal. Von dort nehme ich den Weg über die L609, Gewerbepark Hansa, um auf die möglichst kleine, weiße Straße Richtung Bodelschwingh zu gelangen. Unglaublich, wie gewaltig die Unterschiede der Straßen im Ruhrgebiet sind. Von der achtspurigen Autobahn ist man in Windeseile in einer total ländlichen Umgebung mit kleinsten Sträßchen, die den Vergleich zu idyllischen Asphalt-Wegen in menschleeren Gebieten nicht scheuen müssen.

In Bodelschwingh befindet sich das gleichnamige Wasserschloss

Es ist im Renaissancestil erbaut, um das Schloss herum ist ein herrlicher Landschaftspark in englischem Stil. Da sich sowohl das Schloss als auch der Park im Privatbesitz befinden, kann beides nur in sehr seltenen Fällen besichtigt werden. Trotzdem lohnt sich der Weg dorthin. Von dort nehme ich weiterhin die kleinen Straßen, um nach Bövinghausen – das im Nordwesten der Stadt Dortmund liegt - zu gelangen. Dort ist die Zeche Zollern I. Bei der Zeche handelt es sich um ein stillgelegtes Steinkohlebergwerk. Dieses Steinkohlebergwerk besteht aus zwei Schachtanlagen: Schächte I, in Kirchlinde sowie die Schachtanlage II, in Bövinghausen. Die beiden Schachtanlagen waren unter Tage miteinander verbunden. Ein Stück Industriegeschichte, die faszinierend ist und einen Besuch lohnt. Vom Zechenplatz, wo ein Fördergerüst zu sehen ist geht es in die Maschinenhalle, die nach langer Sanierung wieder für die Öffentlichkeit zugängig. In der historischen Verwaltung befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte der Zeche Zollern. Die alte Zeche mit den Grünflächen kann schon fast als pittoresk bezeichnet werden. Für mich geht heute ein erlebnisreicher Tag bestehend aus viel Industriegeschichte zu Ende.

Als Reisegefährt durch das Ruhrgebiet zeichnet sich das Motorrad besonders aus. Man ist sehr wendig – und die dichte Verkehrslage lässt sich mit dem Motorrad wunderbar kompensieren. Und – das muss man schon auch sagen – die Einwohner des Ruhrgebiets sind sehr freundliche Menschen und immer werde ich angesprochen, dass so eine Reise-Enduro ja wohl nicht das richtige Gefährt für den Pott sei. Von wegen – das Revier ist genau das Richtige für meine stollenbereifte Enduro.

Kultur und Industrie in Castrop-Rauxel

Die Zeche Erin steht hier für Industriekultur. In Sichtweite befindet sich der Hammerkopfturm mit keltischem Baumkreis zu finden. Was die Kelten mit Castrop-Rauxel verbindet: Der Gründer der Zeche Erin war Ire. Er gab auch der Zeche ihren Namen, dem sie heute mehr als gerecht wird: „Grüne Insel“. Weiter geht die Fahrt zum Rathaus mit Sporthalle, Mehrzweckhalle und Volkshochschule in Castrop-Rauxel. Es wurde Ende 1960, Anfang 1970 geplant und steht seit 2010 unter Denkmalschutz. Liebevoll wird das Rathaus mit den geschwungenen Dächern „Sprungschanze“ genannt. Der Weg führt vorbei an RAIN Carbon. Das nächste Etappenziel ist das Wasserschloss Bladenhorst. Es stammt aus dem Jahre 1266. Auch dieses Schloss ist in Privatbesitz und kann daher nicht besichtigt werden. Mich fasziniert der Gegensatz von altertümlichen Schlössern zu prächtigen Industriedenkmälern. Danach folge ich dem Dortmund-Ems-Kanal Richtung Waltrop. Hier befindet sich der „Schleusenpark Waltrop“, ein historisches Technik-Ensemble. Es stammt aus dem Jahr 1899. Für mich ein wahres Meisterwerk der Technik am Dortmund-Ems-Kanal. Von dort fahre ich zum Datteln-Hamm-Kanal und komme am Kraftwerk von Datteln vorbei. Auch hier suche ich wieder die kleinen Straßen abseits der Autobahn. Die Gegen hier ist stark geprägt durch Flüsse und Kanäle. Ich entscheide mich, so nah wie möglich am Rhein-Herne-Kanal in Richtung Herne Sodingen zu fahren. Hier habe ich der Akademie Mont-Cenis gehört. Es handelt sich dabei um ein auffälliges Gebäude. Die gläserne Hülle der Akademie verleiht dem Gebäude ein außergewöhnliches sowie unverwechselbares Aussehen.

Im Bochumer Stadtteil Stahlhausen stehe die Veranstaltungshalle „Jahrhunderthalle“. Erbaut wurde sie im Jahr 1902 vom Bochumer Verein für eine Ausstellung in Düsseldorf. Da klar war, dass die Halle nicht in Düsseldorf bleiben wird, wurde sie so konstruiert, dass sie nach der Ausstellung wieder abgebaut werden konnte. Im Laufe der Zeit wurde die Halle mehrfach erweitert. Der Name „Jahrhunderthalle“ steht für das gesamte Bauwerk, das eine Fläche von 8900 Quadratmetern umfasst.

In einem Kreisverkehr in Bochum-Stiepel am Ende der Königsallee neben dem Zisterzienserkloster sehe ich am Wegesrand einen Streifenpolizisten auf einem Motorrad. Schnell frage ich ihn nach dem Weg zu meinem nächsten Ziel – der Sternwarte Bochum „Random“ und bin mitten in einem freundlichen Gespräch mit einem begeisterten Motorradfahrer, der sein Leidenschaft Motorrad zum Beruf gemacht hat. Nachdem die Wegefrage rasch geklärt ist, unterhalten wir uns noch ein wenig über die unterschiedlichen Vorteile einer BMW RT1200 und einer BMW GS1200 und eines ist klar, die Fahr-Gefährt ist gar nicht so entscheidend – das A und O beim Motorradfahren ist das fahrerische Können. Ich staune nämlich nicht schlecht, wie schnell der Polizist sein Gefährt ein kleines Erinnerungsfoto auf aller engstem Raum in kürzester Zeit gewendet hat. Grinsend erklärt er, dass er nicht lange fackeln darf, wenn er die Verfolgung von anderen Fahrzeugen aufnehmen muss – daher gehören solche Wendemanöver zum regelmäßigen Training.

Die Radom Sternwarte in Bochum ist beeindruckend und hat den Spitznamen Kap Kaminski. Der Name geht auf den Gründer zurück und ist eine Anspielung auf das amerikanische Raumfahrtzentrum Cape Caneveral. Bei der Sternwarte wird Weltraum- und Umweltforschung erlebbar. Interessant ist, dass von dieser Sternarte die ersten Signale des russischen Satelliten Sputnik aufgezeichnet wurden.

Da ich nun bereits in der Nähe der Ruhr bin, entscheide ich mich, diesen Weg einzuhalten und so Nahe wie möglich dem Flussverlauf zu folgen. Im Hattinger Stadtteil Blankenstein komme ich am Wasserschloss Kemnade vorbei. In dem Schloss finden unterschiedliche Ausstellungen statt und eine Gastronomie lädt zum Verweilen ein. Von dort führt mich mein Weg zum Gesundheitscampus in Bochum. Hier findet die Verzahnung von Gesundheitspolitik mit Wissenschaft, Forschung und Lehre statt. Der Campus befindet sich in der Nähe der Ruhr Universität und hat eine Größe von 48500 Quadratmeter.

Kontrast-Programm in Essen

Mein Weg durch das abwechslungsreiche Ruhrgebiet führt mich heute nach Essen. Ich beschließe, an der Ruhr entlang dorthin zu fahren. Immer wenn ich mich gefühlsmäßig zu weit vom Fluss entferne, biege ich an der nächsten Kreuzung ab und versuche wieder so nah wie möglich an den Flusslauf zu kommen. Es ist gemütliches Fahren ohne sich von der Hektik und der Geschwindigkeit des Ballungszentrums anstecken zu lassen.

Auf Höhe vom Essener Stadtteil Bredeney verlasse ich meinen Weg entlang der Ruhr, um zur Villa Hügel zu gelangen. Die Villa Hügel war viele Jahre das Wohnhaus der bekannten Unternehmerfamilie Krupp. Die Villa gilt als Symbol des Zeitalters der Industrialisierung in Deutschland.

Von dort führt mich mein Weg zur thyssenkrupp Zentrale. Wer hier an ein einzelnes Gebäude denkt, wird überrascht werden. Die Zentrale befindet sich im thyssenkrupp Quartier. Einem Campus bestehend aus 13 Gebäuden.

Ich fahre weiter Richtung Rhein-Herne-Kanal, dem ich die letzten Tage immer wieder stückweise gefolgt bin. Mein Ziel ist der Hafen von Essen, der an diesem Kanal liegt. Der Rhein-Herne-Kanal ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für Warentransport. Die Anbindung an das Schienen- und Straßennetz ist bemerkenswert, die Größe gar unfassbar.

Vom Hafen Essen geht es weiter Richtung Gelsenkirchen

Dort steht die Zeche Consolidation oder „Consol“, wie sie auch genannt wird. Es handelt sich um ein Steinkohle-Bergwerk, das heute unter Denkmalschutz steht. Bis 1993 wurde hier noch Kohle abgebaut. Das Außengelände des Industriedenkmals ist an keine Öffnungszeiten gebunden und kann jederzeit besichtigt werden. Die Maschinenhalle kann nur zu bestimmten Öffnungszeiten besucht werden.

Gigantismus kennt im Ruhrpott keine Grenzen. Bewusst wird mir dies, als ich zum alpincenter Bottrop fahre. Als Schwarzwälder bin ich es gewohnt, dass ich auf Schnee warte und dann zum höchsten Gipfel meiner Heimat – dem Feldberg – fahre. Im Ruhrgebiet sind sowohl die Begrifflichkeiten Berge als auch Schnee eher ein Fremdwort. Doch auch hier fahren die Menschen gerne Ski. Also entstand auf der Abraumhalde der Zeche Prosper eine alpine Skianlage, die ganzjährig geöffnet ist und unter vollklimatisierten Verhältnissen eine Pistenabfahrt mit der beachtlichen Länge von 640 Metern die aufwartet. Der Weg dorthin lohnt auf jeden Fall. Zum Chillen im Biergarten oder um eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn zu genießen. Der Hochseilklettergarten sieht auch verlockend aus.

Vom alpincenter führt mich der Weg hinauf zum Tetraeder. Die Stahlkonstruktion in Form einer Pyramide ist eine Aussichtsterrasse, die nachts beleuchtet ist. Von hier hat man bei klarem Wetter eine wunderbar weite Sicht. Der Tetraeder ist das weit sichtbare Wahrzeichen von Bottrop.

Von hier fahre ich wieder zum Rhein-Herne-Kanal und suche mir wieder kleine Straßen, die mich bis nach Oberhausen führen. Ziel der Fahrt ist das CentrO – ein gigantisches Shoppingcenter, der Gasometer – das Wahrzeichen der Stadt - sowie das Metronom Theater, das Musical-Theater.

Meine letzte Etappe führt mich Richtung Duisburg

Über den Rhein-Herne-Kanal geht die Fahrt zum Landschaftspark Duisburg-Nord. Wo früher noch Hochöfen aktiv waren, in Werkhallen arbeitsames Treiben herrschte und Produktivität das Gebot der Stunde war, verändert der Lauf der Zeit das Bild. Geblieben sind die Hochöfen und die Werkhallen. Entstanden sind Großstadtoasen, die der Naherholung dienen, die durch Kulturlandschaft bestechen und beeindrucken. So ist auch der Landschaftspark Duisburg-Nord ein Stück erhaltene Industriegeschichte mit hohen Freizeit-, Erholungs- und Sportwert. Tauchen in einem Gasometer, die Landschaft von einem Hochhofen mit Ausblick erfahren, oder wandern und Rad fahren auf einer der vielen Wege, die es dort gibt. Besonderes Augenmerk verdient die DAV-Kletteranlage in einem ehemaligen Erzbunker.

Danach schlängele ich mich noch ein Stück entlang der Ruhr, bevor ich auf direktem Wege die Stadt Duisburg durchfahre, um zu meinem nächsten Ziel zu gelangen. Nach einem kurzen Stück Stadtautobahn fahre ich ab und suche die Nähe zum Rhein. Er führt mich nach Duisburg-Angershausen. Dort habe ich von einem ganz besonderen Werk gehört, dass mein Interesse geweckt hat. Es ist schon von weitem sichtbar. Mir fehlen allmählich die Worte der Superlative. Gigantisch ist fast zu milde ausgedrückt. Auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe, im Angerpark in Angerhausen, befindet sich eine großartige Skulptur. Sie erinnert im ersten Moment an eine Achterbahn. Erschaffen wurde das Werk anlässlich der Veranstaltungen zur Kulturhauptstadt Ruhr im Jahr 2010. Die Skulptur trägt den Namen Tiger and Turtle und ist 2,7 Kilometer lang. Mit Fantasie erscheint einem das Werk wie die Form eines Tigers und wie die Ruhr-Tourismus so schön schreibt nur im Schildkrötengang, per pedes zu erleben. Von der Anhöhe, dem Looping der Skulptur, bietet sich ein grandioser Panoramablick über die Stadt Duisburg.

Wissenswertes über das Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Mit einer Fläche von 4435 Quadratkilometer und ungefähr 5,3 Millionen Einwohnern ist das Ruhrgebiet das größte Ballungszentrum in Deutschland. Den Namen hat das Ruhrgebiet von dem Fluss „Ruhr“. Die Ruhr ist ca. 219 km lang und hat ihre Quelle im Sauerland und mündet in Duisburg-Ruhrort in den Rhein. Die Ruhr ist für das Trinkwasser sowie in der Energiegewinnung im Ruhrgebiet von großer Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde die Ruhr als Wasserstraße für den Transport von Gütern genutzt. Heute ist nur noch der Mühlheimer Rhein-Ruhr-Hafen bis zum Rhein hin für den Güterverkehr über Wasser relevant. War früher das Erscheinungsbild durch Stahlindustrie und Kohleabbau geprägt, hat sich das Bild im Laufe der Jahre verändert. Aus gewaltigen Industriekomplexen entstanden Naherholungsorte, Museen der Zeitgeschichte oder auch ein Tauchparadies ganz besonderer Art in einem ehemaligen Gasspeicher. Die Anreise nach Dortmund erfolgte auf direktem Wege. Dort begann ich meine Motorradtour der ganz besonderen Art durch den Ruhrpott. Das Straßennetz im Ruhrgebiet ist vielfältig. Von der achtspurigen Autobahn bis hin zu fast Singel-Trails ist vieles befahrbar. Echtes Offroad-Abenteuer gibt es auch – und zwar unter der Autobahnbrücke der A42 im Essener Hafengebiet. Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältig und leicht verfügbar. Vom 5-Sterne-Hotel bis hin zu einfachen Gasthäusern ist für jeden Geldbeutel schnell etwas Passendes gefunden. Kulinarisch ist das Revier eine Offenbarung. Da hier viele verschiedene Menschen und Ethnien auf engem Raum zusammenleben ist nicht nur die gutbürgerliche deutsche Küche vertreten – arabische, indische, japanische, türkische und viele weitere Köstlichkeiten laden zum Schlemmen und Genießen ein.

Eine Reise in das Ruhrgebiet ist vielleicht nicht das größte Motorradabenteuer, doch solange die Corona-Pandemie nicht vollständig eingedämmt ist, bietet der Pott vielfältige, abwechslungsreiche und eine an Industriekultur reiche Gegend an. Was alle Motorradtouren besonders macht, sind die Begegnungen mit den Menschen. Sei es der Motorrad-Polizist, der sich die Zeit nimmt, um zu Fachsimpeln und einen beeindruckt durch eine Kehrtwende auf kleinstem Raum mit einer BMW RT, sei es der Kontakt zu einem PS in Form eines Pferdes mit sympathischer Reiterin, die einem Tipps gibt, wo es schön ist und welche kleinen Straßen mit dem Motorrad befahrbar sind. Die Menschen sind offen und sprechen mich als Mopedfahrer immer wieder an. So bin ich den vielen kleinen und großen Hinweisen wie beispielsweise der Trinkhallenpächterin für die im Ruhrgebiet sagenumwogenen Trinkhallen sehr dankbar für einen schönen Ausflug die Wohnanlage der Arbeiter der Zeche Zollern. Für mich war die Tour eine Bereicherung und eine willkommene Alternative. Meine Tour führte fünf Tage entlang der verschiedenen Flüsse und Kanäle.

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